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Gezeitenentstehung

Das Wangerland an der Nordsee gehört zu den größten Urlaubsregionen an der niedersächsischen Nordsee im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer und verspricht seinen Besuchern eine ganze Menge Abenteuer, Ruhe und Entspannung, Natur und sehr viel Meer. Aber das Meer ist nicht immer da. Das liegt an dem Wechselspiel der Gezeiten, auch Ebbe und Flut genannt.

Ebbe und Flut sind das Atmen der Erde - so sagte man früher. Die Menschen wussten nicht, wie die Gezeiten „Ebbe und Flut“ zustande kommen. Heute weiß man, dass die Anziehungskräfte der Sonne, vor allem aber des Mondes, daran beteiligt sind. Die Gravitationskraft von Mond und Erde sowie die Fliehkraft (Zentrifugalkraft) der Erde bewegen das Meerwasser und sind dementsprechend Auslöser der Gezeiten.

Auf der mondnahen Seite der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes stärker, als die Fliehkraft der Erde. Dadurch wird das Meerwasser zum Mond hingezogen und es entsteht ein Flutberg. Die Bewegung der beiden Gestirne erfolgt um einen gemeinsamen Schwerpunkt. Demzufolge ist auf der abgekehrten Seite die Fliehkraft der Erde, die besonders in einem Karussell deutlich wird (die Fahrgäste werden durch die Drehbewegung nach außen gedrückt), größer als die Anziehungskraft des Mondes, sodass ein zweiter Wasserberg entsteht. Ebbe herrscht dann in jenen Zonen, die jeweils zwischen den genannten Flutbergen liegen.

Die Unterschiede des Wasserstandes zwischen aufeinanderfolgendem Hoch- und Tiefenwasser werden als Tidenhub bezeichnet. An den meisten Küsten der Welt lassen sich täglich zwei Gezeitenphasen während eines Mondtages beobachten. Ein Mondtag bezeichnet den Zeitraum, den der Mond benötigt, um zu einem festen Punkt auf seiner Umlaufbahn um die Erde zurückzukehren. Dieser dauert 24 Stunden und 50 Minuten. Da die Flut der Bahn des Mondes folgt, braucht sie ungefähr sechs Stunden, um ihren Höchststand zu erreichen. Über einen ebenso langen Zeitraum sinkt der Wasserstand dann wieder ab. Die Schwerkraft der Sonne trägt ebenfalls zu den irdischen Gezeiten bei. Stehen Erde, Mond und Sonne in einer Linie (also bei Neu- und Vollmond), summieren sich die Anziehungskräfte und es entstehen sogenannte Springtiden oder Springfluten, wobei das Hochwasser seinen höchsten beziehungsweise das Niedrigwasser seinen niedrigsten Stand erreicht.

Je höher der natürliche Tidenhub eines Gebietes ausfällt, desto größer ist das Gefahrenpotenzial während einer Springflut. Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser ist der Tidenhub. Der Mittlere Tidenhub liegt zwischen 1,99 Meter in Papenburg und 3,68 in Wilhelmshaven.