Ein Ausflug ans Meer kann leicht zu einer ganz anderen Erfahrung werden als erwartet. Denn das Meer ist nicht immer da. Im Wechselspiel der Gezeiten reizt die Küste mal mit schäumender Brandung, mal liegt der Meeresgrund vor dem Betrachter. Ebbe und Flut entstehen aus dem Wechselspiel der Anziehungskraft des Mondes und der Fliehkraft der Erde: Nimmt man eine volle Milchkanne und schwingt sie bei geöffnetem Deckel im Kreis, bleibt das Wasser auch dann in der Kanne, wenn diese über Kopf steht. Das liegt an der Fliehkraft der Drehbewegung. Die Milch wird an den äußeren Kannenrand gedrückt, wie ein Mensch in einem Karussell. Das Gleiche geschieht mit dem Wasser der Nordsee. Die Erde dreht sich und drückt es so nach außen. Allerdings wirkt noch eine zweite Kraft auf das Wasser ein: der Mond. Auf der Seite der Erde, die dem Mond zugewandt ist, ist die Anziehungskraft des Mondes stärker als die Fliehkraft der Erde. Der Mond zieht das Wasser zu sich und ein Flutberg entsteht. Auf der dem Mond abgewandten Seite ist die Fliehkraft der Erde stärker als die Anziehungskraft des Mondes. Ein zweiter Flutberg entsteht. Das Wasser wird aus den dazwischenliegenden Gebieten weggezogen. Während an zwei Orten Flut herrscht, ist also an anderen Gebieten der Erde Ebbe. Da der Mond während seiner Erdumdrehung auf der Bahn um die Erde täglich ein Stück weiter rückt, tritt auch das Hochwasser jeden Tag ein bisschen später ein. Hoch- beziehungsweise Niedrigwasser ist der Zeitpunkt des höchsten beziehungsweise niedrigsten Wasserstandes. Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser ist der Tidenhub. Der Mittlere Tidenhub liegt zwischen 1,99 Meter in Papenburg und 3,68 in Wilhelmshaven.
Hier können Sie die Gezeiten 2012 für Ihren Urlaub abrufen, einfach auf das Bild klicken Zum Download des Gezeitenkalenders gelangen Sie hier