Das Ferienland Wangerland, mit dem Nordseeheilbad
Horumersiel-Schillig und den Küstenbadeorten
Hooksiel und Minsen-Förrien sowie dem Erholungsort
Hohenkirchen, gehört zu den führenden Urlaubs-
Regionen an der Nordsee

 

"Plattdeutscher Klönschnack" im Kursaal Horumersiel

  

Foto: von Wolfgang A. Niemann: Erhard Brüchert (links) im Gespräch mit dem friesländischen Plattdeutsch-Beauftragten Georg Schwitters, dahinter die Talkrunde mit Christoph Schildmann (v.l.), Früsmer Ortgies, Karin Linden, Bernhard Eden, Manfred Scholz, Ute Draschba und Wieland Rosenboom

 

 
Seit über 20 Jahren veranstaltet Gastronom Bernhard Eden den „Plattdeutschen Klönschnack“, an diesem Sonntag aber war die gemütliche Runde nicht nur die Abschlussveranstaltung für die 2. Plattdüütsch Week des Landkreises Friesland sondern auch Talkshow für den Lokalsender Oldenburg Eins für dessen Reihe „Snack up platt“. Diesesmal rückte ein ganzes Fernsehteam im Kursaal in Horumersiel an, dazu auch Erhard Brüchert als Moderator. Der Spieker-Baas ließ sich vor rund 180 Zuhörern zunächst von Georg Schwitters Näheres zum Zweisprachenland Friesland erläutern, für das dieser als Plattdeutsch-Beauftragter fungiert. Dann begannen die einzelnen Talkrunden, für die Karin Linden und Manfred Scholz für den Sender die Fragen stellten. Den Reigen eröffnete Ute Draschba und die Geschäftsführerin der Wangerland Touristik GmbH (WTG) überraschte sicher so manchen mit ihrem fließenden Platt, aber schließlich ist sie eine echte Varelerin vom Land.
Sie hatte einst im Bankwesen ihren Berufsstart, da sei Platt aber problematisch gewesen, zumal es für manche Begriffe gar kein niederdeutsches Pendant gebe. Und natürlich nutzte die Geschäftsführerin die Gelegenheit, um auch kräftig Werbung für das Wangerland zu machen. Mit Leib und Seele „Kröger“ antwortete danach Bernhard Eden die Frage nach seinem Lieblingsberuf, außerdem sei er früher auch Kolonialwarenhändler und „Plummen-Apotheker“ gewesen. Der von ihm ins Leben gerufene Klönschnack sei ihm ein Anliegen, weil immer weniger Kinder Platt lernten. Wenn er dann seine Enkel im Auto kutschiere und bewusst nur Platt mit ihnen spreche, komme spätestens nach einer Viertelstunde die Aufforderung: „Opa, sprich vernünftig mit uns!“
Auch als weitere Talkgäste hatten die Oldenburger muntere Plattschnacker ausgewählt. So Früsmer Ortgies, der stolz auf seinen Vornamen ist, weil niemand sonst in ganz Deutschland den trägt. Er berichtete mit launigen Worten von seinen Aufgaben als Verbandsvorsteher des III. Oldenburgischen Deichbandes. Während er lange Landwirt war, fehlte dem Diplom-Agraringenieur Christoph Schildmann (Großefehn) dazu der Hof. Dafür hatte er den Vorteil ganzer Weltreisen, denn er ist Spezialist für elektronische Tierkennzeichnung und hat sogar schon den Scheichs im Morgenland Chips in die Ohren der wertvollen Rennkamele gemacht.
Wie Schildmann ist auch Wieland Rosenboom nebenher Laienschauspieler und der sprachgewandte Horumersieler ließ sein komödiantisches Talent aufblitzen, als er von seinen vielfältigen ehrenamtlichen Einsätzen als Seenotretter, bei der Feuerwehr und als Gründer des „Vereins historische Seenotrettung“ schilderte. Aber auch im Spielmannszug habe er mitgespielt und vielleicht lerne er ja noch das Akkordeonspiel: „Wenn mal ein langer Winter im Schaltjahr kommt!“
 
Es gab viel Beifall für die Talkrunde, die nun am 25. und 26. Oktober jeweils um 19 und 23 Uhr sowie am 31. Oktober um 10 Uhr auf dem Sonderkanal 20 zu sehen ist (im Internet unter www.oeins.de). Im Übrigens ermöglicht der Erlös des Abends die Teilnahme der Wangerländer Schulen am Niedersachsen-Projekt „Klasse! Wir singen“, das im nächsten Mai unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident David McAllister stattfindet.