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Horumersiel-Schillig und den Küstenbadeorten
Hooksiel und Minsen-Förrien sowie dem Erholungsort
Hohenkirchen, gehört zu den führenden Urlaubs-
Regionen an der Nordsee

Der Osterhase ist eine Frau

In blau-weißer Friesentracht führt Lisa Schütte Gäste durch Minsen.

 

Lisa Schütte ist in Minsen immer mittendrin

Der perfekte Ostersonntag ist für Lisa Schütte „voll Stress. Aber ich mach‘s gern“, sagt die Minsenerin „Ich kann improvisieren und organisieren.“ Jedes Jahr zu Ostern stellen Lisa Schütte und der Fremdenverkehrsverein Minsen eine große Eiersuche auf die Beine.
 
Zehn Jahre lang war die Vereinsvorsitzende der Osterhase. In diesem Jahr schlüpft zum ersten Mal eine andere Frau ins Kostüm.
 
„Ich bin ein gläubiger Mensch, aber nicht bibelfest“, gesteht Lisa Schütte. „Und zu Ostern gehört Kirche einfach dazu.“ Um 10.15 Uhr beginnt im Dorf der Gottesdienst. Während Pastorin Sabine Kullik in der Kirche die Geschichte von der Auferstehung Jesu Christi erzählt, verstecken die Männer vom Fremdenverkehrsverein auf dem Sportplatz 500 bunte Ostereier. Mit dem Glockenläuten stürmen alle Jungen und Mädchen auf die Wiese, umringen den Osterhasen und schauen, was er wohl versteckt hat.
 
„Der Sportplatz ist unsere Schatzinsel“, erklärt Lisa Schütte. Zu Ostern und im Sommer, am 6. Juli und 17. August, jeweils um 15 Uhr, suchen Kinder aus Nah und Fern hier ihr Glück. Zur Schatzsuche des Fremdenverkehrsvereins im Sommer sind in den ersten Jahren rund 150 Kinder nach Minsen gekommen, heute sind es noch zirka 50 Kinder.
 
„Wir wollten etwas für unsere Gäste tun“, erinnert sich Lisa Schütte. Deshalb hat sich 1987 der Fremdenverkehrsverein gegründet. Seitdem gibt es die Schatzsuche. Die Vorsitzende erzählt die Geschichte von Klaus Störtebecker und schon stürmen die kleinen Piraten los, machen sich auf die Suche nach dem Schatz.
 
Und weil Minsen nicht nur für Kinder viel zu bieten hat, führt Lisa Schütte seit vier Jahren Gäste durchs Dorf und zeigt ihnen die Schönheiten des Ortes. „Ehrenamt macht nicht reich, aber es bereichert an Wissen“, sagt die 69-Jährige. „Erstmal bin ich dumm drauflos.“ In Lisa Schüttes Regal reihen sich Kirchenbücher und Historienkalender von 1962 bis heute aneinander.  Immer wenn sie Zeit hat, recherchiert sie darin Geschichten, die ihre Gäste interessieren könnten.
 
Zum Beispiel die Sache mit dem Tee: „Vier mal und öfter am Tag Teetrinken verlängert das Leben“, weiß Lisa Schütte. Im Historienkalender von 1977 steht geschrieben, die Zeremonie diene der Muße und der körperlichen Entspannung und sei deshalb gesund. In den Kriegsjahren hätten die Friesen für Tee ihr letztes Stück Speck weggegeben, liest die Fremdenführerin und nickt wissend. „Von Wilhelmshaven aus sind sie zwei Tage hierher gelaufen. Dort hatten sie Kleidung und wir hatten was zu beißen“, erinnert sie sich. Gebürtig aus Förrien hat Lisa Schütte Jever zum ersten Mal gesehen, als sie in einem Haushalt in Wüppelser Altendeich gedient hat. Der Hausherr war blind und so musste sie ihn mit dem Tandemfahrrad begleiten. Während dieser Zeit hat Lisa Schütte auch ihr Interesse für Heimatkunde entdeckt. „Ich musste jeden Tag die Zeitung vorlesen“, erzählt sie.
 
In ihren Gästeführungen gibt sie viele ihrer Anekdoten über Minsen damals und heute zum besten. „Ich bin Schnellsprecherin“, sagt sie mit einem Lächeln. Aus dem Dorfleben ist die 69-Jährige nicht wegzudenken. Ob beim Theaterspielen, im Boßelverein, als Osterhase oder als Gästeführerin in traditioneller Tracht: „Ich bin immer mittendrin“, sagt Lisa Schütte.