Das Ferienland Wangerland, mit dem Nordseeheilbad
Horumersiel-Schillig und den Küstenbadeorten
Hooksiel und Minsen-Förrien sowie dem Erholungsort
Hohenkirchen, gehört zu den führenden Urlaubs-
Regionen an der Nordsee

Deiche und Lahnungen schützen vor der Flut

Lahnungen, wie hier in Schillig, dienen der LandgewinnungMit Blick auf die bevorstehenden winterlichen Sturmfluten lässt die Kurverwaltung den Campingplatz in Schillig jedes Jahr zum Winter räumen. Im Frühjahr rücken die Bagger an und bauen alles wieder auf.

Zum Schutz vor Sturmfluten bauen Menschen im Wangerland seit dem 18. Jahrhundert nicht nur Deiche sondern auch sogenannte Lahnungen. Zu diesem Zweck werden doppelte Reihen von Holzpfählen in den Boden gerammt. Dazwischen stopft man Zweige und Reisigbündel. Bei jeder Flut werden die so entstandenen zirka 400 mal 400 Meter großen Lahnungsfelder überflutet und bei ablaufendem Wasser bleiben Sand sowie kleine Tier- und Pflanzenteilchen zurück. Der Schlick sinkt zu Boden und steigt so allmählich an. Überflutet das normale Hochwasser die Lahnungen nicht mehr, werden in einem zweiten Schritt Entwässerungsgräben, sogenannte Grüppen, ausgehoben. Die erste Pflanze, die hier überleben kann, ist der Queller. Er kann von allen Pflanzen den höchsten Salzgehalt ertragen. In seinen dicken, kaktusähnlichen Trieben speichert er Wasser, womit er das aufgenommene Salz verdünnt. Später kommen weitere Pflanzen hinzu, die mit ihren Wurzeln den Boden festhalten. Allmählich kommen kurze, harte Gräser hinzu, im Deichvorland ist eine für die Nordseeküste so typische Salzwiese entstanden. Schließlich wird ein Seedeich gebaut, der das neue Land, den Polder, von der Nordsee abtrennt.

Im Laufe der Jahre schwemmt der Regen das Salz aus dem Schlickboden heraus. Das Regenwasser gelangt bei Ebbe über Siele und Schleusentore im Deich zurück ins Meer. Zurück bleibt fruchtbares Marschland.