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Ein Rettungskreuzer erzählt Geschichte

 

Die Vormann Steffens im EinsatzDie „Vormann Steffens“ liegt friedlich im Hooksieler Außenhafen. Müde schwappen die Wellen an den Kiel. Nichts lässt erahnen, welch dramatische Geschichten die Planken des Rettungskreuzers erzählen könnten.

Eines der modernsten SAR-Einheiten

Die „Vormann Steffens“ ist einer von sechs Rettungskreuzern der 27-Meter-Klasse. Nach Information der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zählen die Boote, die komplett aus seewasserbeständigem Leichtmetall bestehen,  zu den modernsten und leistungsfähigsten SAR-Einheiten, auch im uinternationalen Vergleich. „Wenn andere reinfahren, fahren wir raus“, das ist der Leitspruch der Rettungsleute. Keine noch so starke Brandung kann den Schiffen der DGzRS-Flotte etwas anhaben. Ihre besondere Anordnung von Tanks und Leerzellen sorgt nicht nur dafür, dass sie sich wie ein Stehaufmännchen immer wieder selbst aufrichten, sie bilden auch eine zweite Haut, die das Innere der Boote vor eventuellen Beschädigungen schützt. Die Mannschaft der „Vormann Steffens“ ist deshalb auch unter schwersten Bedingungen in der Lage, ihr Schiff längsseits eines Havaristen zu steuern.

Ein Name mit 136 Jahren DGzRS-Geschichte

Harm Jansen Steffens war einer der ersten Vormänner der nach der Gründung der Gesellschaft am 29. Mai 1865 ab 1873 als Vormann für die Station in Neuharlingersiel fuhr. In seine Fußstapfen traten neuen weitere Männer der Steffens-Familie. Der letzte, Dieter Steffens, war von 1985 bis 1991 Vormann. Seit 1995 engagiert er sich als freiwilliger Rettungsmann in der Station Neuharlingersiel.

Stationsgeschichte mit Unterbrechung

Die Hooksieler Stationsgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1874. Seinerzeit beschloss die Gesellschaft den Bau eines Rettungsschuppens am Alten Hafen und gab ein Ruderrettungsboot in Auftrag. Bei Ebbe mussten die Rettungsmänner das Boot mit Pferdefuhrwerk hinaus aufs Meer ziehen. Schließlich löste die Gesellschaft die Rettungsstation in Hooksiel 1930 auf. Erst 1994 nach 60 Jahren Pause wurde sie am Außenhafen wiedereröffnet und mit dem Seenotkreuzer „Vormann Steffens“ besetzt, der zuvor seit 1998 in Wilhelmshaven beheimatet war.