Das Ferienland Wangerland, mit dem Nordseeheilbad
Horumersiel-Schillig und den Küstenbadeorten
Hooksiel und Minsen-Förrien sowie dem Erholungsort
Hohenkirchen, gehört zu den führenden Urlaubs-
Regionen an der Nordsee

Mehr als 270 Fachleute tagten beim 12. Wattenmeersymposium in Wilhelmshaven

Satellitenbild Wattenmeer Bildrechte CWSS"Das Symposium hat gezeigt, dass wir die grenzübergreifende Kooperation noch weiter verstärken müssen, um das Wattenmeer mit seinen Strukturen und Funktionen zu erhalten und nachhaltig zu schützen", sagte Jens Enemark, Leiter des Gemeinsamen Wattenmeersekretariates in Wilhelmshaven zum Abschluss des 12. Wattenmeersymposiums mit mehr als 270 Fachleuten aus diversen Staaten.

Am Ende standen klare Empfehlungen an die Entscheidungsträger aus der Politik. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die 11. Trilaterale Ministerkonferenz zum Schutz des Wattenmeeres, die im kommenden Jahr unter deutschem Vorsitz stattfindet.

Das Symposium wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Zusammenarbeit mit den Nationalparkverwaltungen Niedersächsisches, Schleswig-Holsteinisches und Hamburgisches Wattenmeer sowie dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat ausgerichtet.

Seit dem ersten Internationalen Wattenmeersymposium im Jahr 1975 hat es globale Veränderungen gegeben, die einen vom Meer geprägten Lebensraum von internationaler Bedeutung wie das Wattenmeer in besonderer Weise beeinflussen. „Der Klimawandel und die Veränderung der Artenzusammensetzung sind aktuelle Probleme, denen sich Wissenschaft und Politik stellen müssen", sagt Wim Wolff (Uni Groningen), Initiator des ersten Symposiums 1975. Eine wesentliche Forderung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, die eigene Regenerationsfähigkeit des Ökosystems zu stärken und es somit „fit für die Zukunft" zu machen. Deshalb sollen Projekte zur Renaturierung vorangetrieben werden, vor allem um die geomorphologischen Strukturen wieder herzustellen und natürliche Dynamik zuzulassen, die negative Einflüsse abpuffern kann.

„Für ökologische Lösungen müssen wir über politische Grenzen hinausgehen" erklärt Karsten Reise (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Wattenmeerstation Sylt). Das bedeutet zum einen, auch an das Wattenmeer angrenzende Gebiete verstärkt in die Anstrengungen zum Wattenmeerschutz einzubeziehen, weil zum Beispiel Fische oder Meeressäuger zwischen Wattenmeer und Nordsee pendeln. „Darüber hinaus sind auch internationale Kooperationen über die europäischen Grenzen hinaus erforderlich, um der Einschleppung und Ausbreitung weiterer gebietsfremder Arten entgegenzuwirken", so Reise.

Die Experten stellten fest, dass die verschiedenen EU-Richtlinien, die auf den Schutz des Wattenmeeres Anwendung finden, nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind. Eine weitere Harmonisierung ist erforderlich - dies könnte auch als Vorbild für andere europäische Schutzregionen dienen.

Insgesamt gilt es, die Forschung und Umweltbeobachtung im Wattenmeer weiter zu intensivieren. „Die Anrainerstaaten sollten Forschung und Monitoring nicht auf die Mindeststandards beschränken, die in den EU-Richtlinien vorgegeben sind. Diese reichen nicht aus, um die anstehenden Fragen zum integrierten Schutz des Ökosystems Wattenmeer und zur nachhaltigen Entwicklung der trilateralen Wattenmeerregion zu klären", erläuterte Herman Verheij (Waddenvereniging, Niederlande).

Ein Meilenstein der internationalen Kooperation ist das „Memorandum of Understanding", das im Rahmen des Symposiums vom Koreanischen Ministerium für Land, Transport und Meeresangelegenheiten und der Trilateralen Wattenmeerkooperation (Niederlande, Deutschland und Dänemark) unterzeichnet wurde. Korea besitzt ein vergleichbares Wattengebiet mit ähnlichen Funktionen, dessen Schutz mit den Erfahrungen und der Unterstützung der europäischen Kollegen vorangebracht werden soll.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der letzten 30 Jahre haben in erheblichem Maß dazu beigetragen, die Nominierung des Wattenmeeres als Welterbe zu unterstützen. Eine Entscheidung des UNESCO-Welterbekomitees wird im Juni 2009 fallen.