Das Leben spült so manches Stück in unsere Abstell- oder Dachkammern. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wieder Ordnung im Haushalt herzustellen. Hierzu entstand in Paris schon vor der Wende zum 19. Jahrhundert an den Ufern der Seine der erste Flohmarkt. Seinen Namen verdankt er Kleidergaben der Fürsten. Einmal dem Volk überlassen, wurde mit diesen Kleidungsstücken gehandelt. Dabei wechselte auch der eine oder andere Floh den Wirt. Ein ähnlich reges Treiben ist auch an den Stränden im Nationalpark zu finden. Besonders nach stürmischen Tagen und Nächten findet man unterhalb der Flutkante, als sichtbare Spur des letzten Hochwassers, allerlei angespülte Hinterlassenschaften des Meeres. Dies ist der Spülsaum. Und genauso wie auf unseren Flohmärkten entsteht auch hier aus alter, abgelegter „Second-Hand-Ware" neues Leben. Bereits das angespülte Material, man nennt es Treibsel, ist äußerst vielfältig. Neben Seegras, Braunalgenarten wie dem Blasentang oder Grünalgen wie dem Meersalat und Darmtang, findet man dort tote Fische, Quallen, Kork, Pflanzenstängel, Holz und mit etwas Glück seltene Muscheln oder sogar Bernstein. Aber auch verölte Vögel und Zivilisationsmüll aller Art wie Flaschen, Dosen und Verpackungen sind leider keine Seltenheit. Aus dem abgelagerten organischen Material bildet sich in kurzer Zeit ein natürlicher Kompost. Dieser Standort ist reich an Nährsalzen und bietet so für die ersten Pflanzen, die hier keimen, gute Wuchsbedingungen. Auf Sand bestimmen Meersenf und Kali-Salzkraut das Bild, auf Klei sind es Spieß- und Stielmelde. Genau wie auf Flohmärkten, tauchen auch hier die unterschiedlichsten Gestalten auf. Zum Beispiel der Strudelwurm oder der vielborstige Wurm Scolelepis squamata. Er hat eine grünliche Farbe, wird bis zu acht Zentimeter lang und besitzt zwei Tentakeln, um sich von schwebenden sowie abgelagerten Nahrungspartikeln zu ernähren. Ganz besonderes Interesse an diesem Wurm zeigt der Sanderling. Dieser kleine Watvogel läuft mit erstaunlicher Geschwindigkeit vor den brechenden Wellen umher und ist zwischen Spätsommer und Frühjahr häufig entlang der Spülsäume anzutreffen. Im Winter sind hier oft auch Schneeammern bei der Suche nach kleinen Sämereien und Insekten zu beobachten. Die Vögel bilden dabei kleine Trupps, die sich immer in einer Richtung entlang des Nahrungsplatzes vorwärts bewegen. Hierbei werden die vordersten Vögel regelmäßig überholt, indem die hintersten Vögel auffliegen und wieder vorne landen. Und auch Möwen versammeln sich am Strand auf der Suche nach angespülter Nahrung. Anders als hoffentlich bei unseren Flohmärkten, gehört zum Spülsaum-Flohmarkt ein Floh direkt dazu, zumindest dem Namen nach: der zirka 15 Millimeter große Strandfloh, der tatsächlich ein Flohkrebs ist. Durch sein massenhaftes Vorkommen ist er aus Sicht Nahrung suchender Vögel ein gern gesehener Gast. Der Strandfloh ernährt sich meist nachts von den organischen Abfällen, die an Land gespült werden. Winzige Kuhlen im Sand verraten uns seine Absprungstellen, wobei er Entfernungen von bis zu 30 Zentimeter überwinden kann. Bei Seefahrern galten die Strände früher als schreckliche Orte. Im frühen Mittelalter bestimmte das Deutsche Strandrecht, dass Schiffbrüchige mit Leib und Leben dem König verfallen. Dieses Recht wurde später gemildert. Danach fiel dem Finder das Strandgut zu, aber nur, wenn es keine Überlebenden gab. Heute dienen uns Menschen die Strände als beliebte Sport- und Erholungsstätte. Vielleicht haben Sie ja Glück und können bei Ihrem nächsten Spaziergang entlang des Spülsaums auf den Spuren der Strandräuber das eine oder andere Schnäppchen auf diesem Flohmarkt der Natur entdecken.
Das Leben spült so manches Stück in unsere Abstell- oder Dachkammern. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wieder Ordnung im Haushalt herzustellen. Hierzu entstand in Paris schon vor der Wende zum 19. Jahrhundert an den Ufern der Seine der erste Flohmarkt. Seinen Namen verdankt er Kleidergaben der Fürsten. Einmal dem Volk überlassen, wurde mit diesen Kleidungsstücken gehandelt. Dabei wechselte auch der eine oder andere Floh den Wirt.
Ein ähnlich reges Treiben ist auch an den Stränden im Nationalpark zu finden. Besonders nach stürmischen Tagen und Nächten findet man unterhalb der Flutkante, als sichtbare Spur des letzten Hochwassers, allerlei angespülte Hinterlassenschaften des Meeres. Dies ist der Spülsaum. Und genauso wie auf unseren Flohmärkten entsteht auch hier aus alter, abgelegter „Second-Hand-Ware" neues Leben.
Bereits das angespülte Material, man nennt es Treibsel, ist äußerst vielfältig. Neben Seegras, Braunalgenarten wie dem Blasentang oder Grünalgen wie dem Meersalat und Darmtang, findet man dort tote Fische, Quallen, Kork, Pflanzenstängel, Holz und mit etwas Glück seltene Muscheln oder sogar Bernstein. Aber auch verölte Vögel und Zivilisationsmüll aller Art wie Flaschen, Dosen und Verpackungen sind leider keine Seltenheit.
Aus dem abgelagerten organischen Material bildet sich in kurzer Zeit ein natürlicher Kompost. Dieser Standort ist reich an Nährsalzen und bietet so für die ersten Pflanzen, die hier keimen, gute Wuchsbedingungen. Auf Sand bestimmen Meersenf und Kali-Salzkraut das Bild, auf Klei sind es Spieß- und Stielmelde.
Genau wie auf Flohmärkten, tauchen auch hier die unterschiedlichsten Gestalten auf. Zum Beispiel der Strudelwurm oder der vielborstige Wurm Scolelepis squamata. Er hat eine grünliche Farbe, wird bis zu acht Zentimeter lang und besitzt zwei Tentakeln, um sich von schwebenden sowie abgelagerten Nahrungspartikeln zu ernähren. Ganz besonderes Interesse an diesem Wurm zeigt der Sanderling. Dieser kleine Watvogel läuft mit erstaunlicher Geschwindigkeit vor den brechenden Wellen umher und ist zwischen Spätsommer und Frühjahr häufig entlang der Spülsäume anzutreffen. Im Winter sind hier oft auch Schneeammern bei der Suche nach kleinen Sämereien und Insekten zu beobachten. Die Vögel bilden dabei kleine Trupps, die sich immer in einer Richtung entlang des Nahrungsplatzes vorwärts bewegen. Hierbei werden die vordersten Vögel regelmäßig überholt, indem die hintersten Vögel auffliegen und wieder vorne landen. Und auch Möwen versammeln sich am Strand auf der Suche nach angespülter Nahrung.
Anders als hoffentlich bei unseren Flohmärkten, gehört zum Spülsaum-Flohmarkt ein Floh direkt dazu, zumindest dem Namen nach: der zirka 15 Millimeter große Strandfloh, der tatsächlich ein Flohkrebs ist. Durch sein massenhaftes Vorkommen ist er aus Sicht Nahrung suchender Vögel ein gern gesehener Gast. Der Strandfloh ernährt sich meist nachts von den organischen Abfällen, die an Land gespült werden. Winzige Kuhlen im Sand verraten uns seine Absprungstellen, wobei er Entfernungen von bis zu 30 Zentimeter überwinden kann.
Bei Seefahrern galten die Strände früher als schreckliche Orte. Im frühen Mittelalter bestimmte das Deutsche Strandrecht, dass Schiffbrüchige mit Leib und Leben dem König verfallen. Dieses Recht wurde später gemildert. Danach fiel dem Finder das Strandgut zu, aber nur, wenn es keine Überlebenden gab.
Heute dienen uns Menschen die Strände als beliebte Sport- und Erholungsstätte. Vielleicht haben Sie ja Glück und können bei Ihrem nächsten Spaziergang entlang des Spülsaums auf den Spuren der Strandräuber das eine oder andere Schnäppchen auf diesem Flohmarkt der Natur entdecken.